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Welche Fehlerquellen können noch auftreten?

"Eine weitere Fehlerquelle ist, dass oft zu wenige und zu kurze Informationen gegeben werden. Die vorgesehenen Zeilen, die im Antrag für die einzelnen Punkte vorgegeben werden, werden leider meist nicht ausgenutzt. Es werden zu kurze Informationen gegeben, es wird nicht ausführlich beschrieben. Weiters auch eine mangelnde Relevanz für die Zielgruppe: sehr oft werden Programme präsentiert, die für die in Frage kommende Zielgruppe nicht relevant sind; sehr wichtig, wenn z.B. Jugendliche an diesen Bürgerbegegnungen teilnehmen, so sollte eben auch für diese Jugendlichen ein spezielles Programm vorgelegt werden und nicht nur ein Programm für die teilnehmenden Erwachsenen. Eine Hauptfehlerquelle ist ebenfalls der nichteuropäische Inhalt. Wir haben in den Programmen sehr oft mit Themen zu tun, die ausschließlich bilateral relevant sind, die aber hier keine Anbindung an europäische Strategien, an europäische Politik etc. haben; es wäre jedoch wichtig, eben die europäische Dimension Ihrer Bürgerbegegnung in den Mittelpunkt zu stellen. Ganz wichtig erscheint die falsche Annahme über das Vorwissen. Die Evaluatorinnen und Evaluatoren in Brüssel kennen Ihre Gemeinde nicht, sie kennen Ihre Region nicht, sie kommen nicht aus Österreich, mit hoher Wahrscheinlichkeit, und haben kein Vorwissen über die Hintergründe Ihrer Partnerschaft; und dieses Vorwissen wird aber sehr oft in den Anträgen angenommen. Sie gehen davon aus, dass die Evaluatorinnen und Evaluatoren wissen, warum Sie Ihre Partnerschaft machen, was die historischen Hintergründe sind und warum Sie dieses oder jenes Thema beachten und bearbeiten wollen. Dieses Vorwissen ist jedoch nicht gegeben. Die falsche Aktion ist ebenfalls eine Fehlerquelle. Sehr oft werden Partnerschaften eingereicht, im Bereich der thematischen Netzwerke, weil hier höhere Budgets zur Verfügung stehen, weil hier mehrere Möglichkeiten, mehrere Gestaltungsmöglichkeiten sind, und es präsentiert sich der Antrag jedoch als klassische Bürgerbegegnung. In diesem Fall wird der Antrag jedoch nicht umgereiht, von den thematischen Netzwerken in die Bürgerbegegnungen, sondern einfach als einfach „nicht förderfähig“ ausgeschieden. Sehr oft erscheinen Anträge widersprüchlich. Im ersten Teil werden Dinge beschrieben, die im letzten Teil des Antrags widerlegt werden. Im Hinblick auf die Zielgruppe werden unterschiedliche Informationen gegeben, im Hinblick auf die Dauer werden unterschiedliche Informationen gegeben; Widersprüchlichkeit im Antrag ist eine sehr, sehr gefährliche Fehlerquelle. Ebenfalls wichtig erscheint die fehlende Öffentlichkeitsarbeit und Zukunftsplanung. Öffentlichkeitsarbeit ist für die Europäische Union in allen Förderprogrammen ein zentrales Ziel. Fehlende Öffentlichkeitsarbeit und nicht beschriebene Öffentlichkeitsarbeit wird negativ bewertet. Sehr oft machen Gemeinden und Städte rund um Bürgerbegegnungen in punkto Öffentlichkeitsarbeit und es wird nicht beschrieben. Man muss aber davon ausgehen, dass das, was nicht beschrieben wird, einfach nicht vorhanden ist. Und das Gleiche gilt für die Zukunftsplanung. In vielen Gemeinden, am Ende von Partnerschaften und Bürgerbegegnungen, werden natürlich Pläne für die Zukunft entwickelt. Es wird gemeinsam evaluiert, es werden Zukunftspläne erstellt; wenn Sie das in Ihrem Antrag jedoch nicht explizit ausführen, kann nicht davon ausgegangen werden, dass Sie das tun. Als letzte Fehlerquelle wird immer wieder identifiziert, dass es keine aktiven Beteiligungsmöglichkeiten für die Gastgemeinde gibt. Sehr oft werden passive Sightseeing-Programme präsentiert und wo es ganz einfach für die Gastgemeinde, für die Bürgerinnen und Bürger der Gastgemeinde, keine Möglichkeit gibt, sich zu beteiligen, sich zu präsentieren, an diesem gesamten Bürgerbegegnungsprozess in entsprechender Form teilzuhaben."