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Café Europa mit Bundesminister Michael Spindelegger



Der Besucherandrang war groß - Sitzplätze im Medienzentrum Steiermark dementsprechend rar: Im Café Europa, das wieder live im Internet übertragen wurde, war heute Vormittag Bundesminister Dr. Michael Spindelegger zu Gast.

Unter der bewährten Moderation von Europaabteilungsleiter Mag. Ludwig Rader beanwortete der neue Minister für europäische und internationale Angelegenheiten zahlreiche Publikumsfragen und teils sehr kritische Fragen von Zusehern aus dem Internet: "Was qualifiziert den Minister in diesem Amt", wollte etwa ein Chat-Teilnehmer mit dem Nickname "EU-Nanu" wissen. Der Minister schilderte seine Berufserfahrung - von den ersten Sporen, die er bei Alois Mock verdienen musste, über seine Abgeordnetentätigkeit im Europaparlament, im Nationalrat, als Europa-Sprecher etc. Dann ging es um die Kandidaten zur Wahl des Europaparlaments genauso wie um Irlands Stellung zum Lissabon-Vertrag oder auch um die Frage, ob in der Entwicklungspolitik das "Milleniums-Ziel" erreicht und bald 0,51 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben werden können.

Der Minister, der in diesen Wochen alle Bundesländer Österreichs im Rahmen einer "Zuhör'-Tour" besucht, um "das Bauchgefühl der Bevölkerung Europafragen gegenüber" kennen zu lernen, zeigte sich über jeden Standpunkt erfreut - ob Lob oder Kritik. "Ich weiß, dass ich mit dieser Tour nicht alle Österreicherinnen und Österreicher  erreiche, aber ich will mir selbst ein Bild machen, wie die Leute über Europa denken", schilderte er sein Motiv. Später kam dann ein aktueller Punkt zur Sprache: Die Europawahl am 7. Juni 2009, wo der Minister diplomatisch hofft, dass noch viele Österreicherinnen und Österreicher begeistert werden können.

Auf eine Künstlerin, die gerne Europa-Themen in grenzüberschreitenden Aktionen aus- und aufarbeiten würde, ging er ein, indem er das jünste Beispiel des umstrittenen Kunstwerks ansprach, mit dem die tschechische EU-Präsidentschaft zu Jahresbeginn in Brüssel Schlagzeilen machte. Kunst könne manchmal mehr bewegen als trockene Sachfragen. "Schicken Sie mir Ihre Vorschläge", ermutigte er, um dann wieder auf konkrete Vorteile durch die EU einzugehen: "Seit dem EU-Beitritt 1995 haben 60.000 junge ÖsterreicherInnen im Rahmen der EU-Programme an einer Auslandsuniversität studiert - eine ganz wertvolle Erfahrung", unterstrich Spindelegger ein Beispiel und nennt dann noch viele weitere - in der Außenpolitik etwa die Frage 'Iran und Atombombe', zum europaweiten Tierschutz - in Bezug auf die Stierkämpfe in Spanien - schildert er das Prinzip der nationalen Nicht-Einmischung bei Brauchtums-Sachen: "Wir brauchen auch keine EU-Richtlinie für den Auftritt von Tiroler Schützenkompanien, die Salut-Schüsse abfeuern."

Begeistert von dem Kommunikationskonzept "Café Europa" und der anregenden Diskussion versprach Minister Spindelegger abschließend gerne wieder in die Steiermark zu kommen.